Vom städtischen Hirtenhaus zum Luckaer Heimatmuseum


Heimatmuseum Lucka

Dieses Haus in der Altenburger Strasse Nr. 50 wurde vor dem weiteren Verfall und Abriss bewahrt und mit Fördermitteln und städtischen Geldern wieder renoviert. Es ist heute ein sehenswertes Gebäude von Lucka geworden und das am besten in seiner ursprünglichen Bauweise erhaltene Gebäude unserer Stadt.
Das Fachwerkhaus wurde von der Stadtcommune im Jahre 1788 als "Hirtenhaus" erbaut und unterhalten. (Erste Eintragung im Brandkataster 1788 und mit 75 Reichstalern taxiert) Heimatmuseum Lucka - InnenansichtSeit dem Mittelalter gab es in fast allen Gemeinden eine sogenannte "Huthegerechtigkeit " d.h., die Bürger dieser Gemeinden konnten ihre Nutztiere tagsüber einem von der Gemeinde bezahlten Hirten anvertrauen, der mit ihnen auf die Hutheweide (oder auch Huthewiese) gezogen ist.

Der Hirte war ganzjährig angestellt, und die Stadt musste ihm auch den Wohnraum zur Verfügung stellen. Die Gasse hinter dem Wohnhaus erhielt deshalb auch den Namen Hirtengasse. Durch den Anbau eines Stalles erhöhte sich die Summe des Hauses im Brandkataster 1823 um 75 Thaler auf 150 Thaler. Heimatmuseum Lucka - Innenansicht Die Größe des Grundstücks wird mit 160 qm angegeben (100 qm Wohnhaus mit Stall und 60 qm Garten). Viele Jahrzehnte war dieses kleine Haus in der Altenburger Strasse das letzte Luckaer Haus in Richtung Hagenest.

Die Lage des Grundstücks wurde in den Luckaer Akten so beschrieben: dass es in "der Altenburger Vorstadt vor dem Altenburger Thore" sich befunden hat und mit "Hausnummer 22" registriert war. Zu dieser Vorstadt gehörten alle Häuser rechts der Altenburger Straße (heute die geraden Hausnummern) und der Hirtengasse. Das Altenburger Tor stand ungefähr in der Höhe des ehemaligen Konsumkaufhauses. Die Altenburger Strasse bildete auch die Grenze zur Gemeinde Teuritz. Alle Häuser links der Altenburger Strasse unterstanden der Herrschaft der Besitzer vom Rittergut Nehmitz oder aber derer von Hagenest.
Heimatmuseum Lucka In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Huthung überholt und wurde durch ein Gesetz der Landesregierung von Sachsen-Altenburg im Jahr 1844 neu geregelt. Der Hirte war nicht mehr ganzjährig angestellt und bezahlen mussten ihn die Huthmänner (Besitzer der Tiere). Die Stadt wurde auch nicht mehr verpflichtet, die Wohnung für den Hirten zu stellen. So konnte das Hirtenhaus verkauft werden.

Eine erste Sitzung zum Verkauf des Hauses fand im Stadtrat bereits am 21.5.1850 statt. Aber eine Veräußerung des Grundstücks konnte wegen des Widerstands der Huthmänner nicht durchgesetzt werden. Heimatmuseum Lucka - Innenansicht Die Landesregierung gab am l. Mai 1851 die Genehmigung zum Verkauf für "das der Stadtcommune gehörige Hirtenhaus in der Altenburger Vorstadt, Hausnummer 22" an den Bürger und Zimmergesellen Johann Gottlob Frauendorf von hier für ein Höchstangebot von 254 Talern. Ab da blieb das Haus im Privatbesitz und wurde 1999 wieder von der Stadt Lucka übernommen und als Heimatmuseum hergerichtet.

Heute dient dieses kleine Haus der Allgemeinheit als Heimatmuseum und sollte eine würdige Kulturstätte unseres Ortes werden. So begann im Jahre 2002 eine neue Etappe in der Geschichte des Hauses. Der 1999 gegründete Heimatverein e.V. gestaltet neben geschichtlichen Dauerausstellungen über das Wohnen in der Vergangenheit und die Schusterwerkstatt als Aushängeschild von "Schuster-Lucke" auch Ausstellungen zur Geschichte der Malerei und des Bergbaus in und um Lucka.  Wir wollen dieses kleine Museum zum historischen und kulturellen Mittelpunkt entwickeln, und wir hoffen, dass dies von unserer Bevölkerung tatkräftig unterstützt wird.

Weitere Informationen erhalten Sie auch beim Heimatverein Lucka e.V. .